Menschen, die den Hohen Flämings besuchen und die in der Region leben, werden bei der Lektüre des reich illustrierten Buches neugierig gemacht und eingeladen, die Gegend und die Dörfer zu entdecken. Sie werden Überraschendes über die Geschichte der nicht immer friedlichen Region erfahren und die Orte sowie die Landschaft mit anderen Augen sehen.

 

Der Autor hat für den Hohen Fläming Berichte über lokalgeschichtliche Ereignisse, überraschend wahre Sagen und Urkundenfunde zusammengestellt, mit historisch gesicherten Daten abgeglichen und eingeordnet. Als geschichtsinteressiertem Laien gelang es ihm, verblüffende, nicht immer unumstrittene Erklärungen für bisher unklare geschichtliche Entwicklungen zu finden. Er verstand es, neue Verbindungen herzustellen, die zu einem besseren Verständnis der Anlage und Anordnung der Dörfer und ihrer Kirchen beitragen können. Wiederholt betont der Autor, dass nur Historiker das gesammelte Material mit ihrem Fachwissen bearbeiten und beurteilen können und dass zusätzliche (archäologische) Forschungen für gesicherte Ergebnisse erforderlich sind.

 

Am Beispiel des Dorfes Rädigke, einiger Nachbardörfer und der Burg Rabenstein wird von der Besiedlung des ostelbischen Raumes mit der Abwanderung der Semnonen und der Einwanderung slawischer Volksgruppen, der Christianisierung und Eroberung durch die Franken und Sachsen und den spätmittelalterlichen Wüstungsprozessen berichtet. Anhand der romanischen Feldsteinkirchen in Rädigke und Raben, als typischen Beispielen des ländlichen Kirchenbaus, werden Bauvorgaben, Baustil und Bauweise beschrieben, die Hinweise auf den Zeitpunkt der Grundsteinlegung und den Bauherren geben. Von den Voraussetzungen und Herausforderungen, die beim Bau der Burg Rabenstein eine Rolle spielten, sowie den Besitzern und den Zerstörungen wird berichtet. Aus der Sicht der Dorfbewohner werden die grundherrschaftlichen Verpflichtungen und die Ablösung der Servitute und Lasten geschildert. Das durch die Landwirtschaft geprägte Leben der Menschen in den Dörfern wird bis zur Gegenwart verfolgt.